Thursday, 9 January 2014

Gedicht der Generationen

 
Ich muss beginnen, etwas aufzuschreiben, 
denn es beginnt mich innerlich aufzureiben. 
Es handelt von einer Mutter und ihrem Kind! 
Sie herzt ihn ein letztes Mal, denn sie weiß bereits, es ist das letzte Mal! 
 
Sie wird in verlassen, kann ihn nicht mitgehen lassen. 
Keiner weiß warum, der Junge kann es nicht fassen, 
er wird alleine gelassen.
 
Das erste Kind von in Zukunft sieben, 
leider kann sie es nicht aufschieben, doch wenn sie denkt an den Moment und den Schmerz, 
es zerreißt ihr schier das Herz! 
 
Um nicht daran denken zu müssen, gebärt sie von bereits dreien noch vier weitere. 
Eine Zeit kann sie den Schmerz verdrängen, 
doch oft und immer wieder hat sie das Gefühl in der Luft zu hängen! 
 
Nie konnte sie ihm die Mutter sein, die sie wollte 
Ob er ihr wohl grollte? 
Versunken ist er im Alkohol, ob das die Lösung war der einzige Schmerzpol? 
 
Ungeliebt, als einziges Kind von sieben 
Warum konnte sie ihn nicht lieben? 
Was ist nur schief gelaufen, er könnte sich die Haare raufen! 
Was hat er nur falsch gemacht, ihm ist aufgefallen, 
sie hat so selten gelacht.
 
Doch wenn sie ihn umarmte, es war so echt, so richtig von Herzen, 
wenn er daran zurück denkt, dann hat er Schmerzen! 
Wie fehlt ihm diese Liebe, was ist aus ihr geworden? 
Warum hat sie ihn im Stich gelassen, hatte sie begonnen, ihn wirklich so zu hassen? 
Was ist nur passiert?
 
Das letzte war diese beherzte Umarmung 
Und danach diese große Leere! 
Nie wieder hat er das empfunden, sein Herz auf ewig geschunden 
Auf ewig tiefe Wunden. 
Mutter warum hast du ihn verlassen, ihn für immer alleine gelassen? 
 
Doch nun zurück zu ihr! 
Wie ist es ihr ergangen? 
In weiterer Zukunft, konnte sie vergessen, was sie einst hatte alleine gelassen?
 
Nein auch ihr Schmerz war riesig, etwas dumpf von der langen Zeit, 
aber Dimensionen sind weit so weit. 
Ihr Herz hat tiefe Risse davon getragen, nie würde sie Worte darüber wagen. 
Was würden die anderen darüber denken, sie würden ihr nichts schenken!
 
Es war keine Absicht eher Notwendigkeit, nie würde sie den Tag des Abschieds vergessen. 
Ihren ersten einfach so verlassen, 
er musste sie einfach hassen! 
Was sollte er auch von ihr denken, nie würde er ihr wieder sein Vertrauen schenken. 
Gebrochen, verloren, zerrissen 
Und doch, sie wird an diese Umarmung immer denken 
Und auf ewig vermissen. 
 
Dieser Gedanke hielt sie am Leben plus die sechs weiteren, denen sie musste Liebe geben. 
Und doch haben auch sie gespürt, dass hier irgendjemand an etwas rührt! 
Doch darüber wurde nie gesprochen, zu feige, 
sei nun still und schweige! 
 
Doch zu schweigen ist nicht Recht, es ist besser, wenn ihr darüber sprecht! 
Schweigen bedeutet Schmerz und dieser schlägt sich meist aufs Herz. 
Wir folgen anderen im Stillen, oft wissen wir es selbst nicht, als sei es fremder Willen! 
 
Es überspringt hier vier Generationen, um in der dritten, die Wahrheit zu erzählen! 
Ist es denn die Wahrheit – frag ich mich? 
Ich kann es nicht sagen, aber es ist ein Gefühl, dass mich schier zerreißt. 
Der Schmerz in der Schulter,  
der mir macht angst und bange! 
Ich habe das Gefühl, als befände ich mich in einer Zange. 
 
Die Ähnlichkeit im Außen, ist die denn auch im Innern? 
Alles was ich sehe, sind diese Bilder 
Und eins davon ganz schlimm! 
Es ist ein Schmerz, der mir die Brust zusammen zieht. 
Und ich verstehe, warum man darüber nicht reden will. 
 
Doch nun ist es an der Zeit 
Hier und jetzt  und heut und für alle Ewigkeit! 
Es sei dir verziehen, denn auch du hattest deine Gründe, 
warum du alleine hast lassen, deinen ersten von sieben! 
Niemand wird es jemals nachvollziehen, 
aber das ist auch niemandes Aufgabe!
 
Dieses Bild, von meinem Kind, im Wissen, ihn ein letztes Mal zu herzen, 
nie wieder werd ich ihn sehen, was sind das für Schmerzen? 
Die Tränen wollen nicht versiegen, doch weiß ich, ich muss stark sein 
Für meine anderen beiden (Lieben).
 
Ein Wort, das ich in Klammer setzen muss, denn traue ich mich nicht es in Worte zu fassen 
„dieser Junge wird mich so sehr hassen“ 
Mein Herz, ein riesiger Riss, doch stark genug für eine Zeit! 
Auch meinen letzten ließ ich früh allein – soll das nun die Gerechtigkeit sein?
 
Die Ruhe umhüllt sie und sie atmet frei. Ein letztes Mal, dann ist es vorbei! 
Die Geschichte, für sie zu schmerzhaft, gibt sie weiter an eine andere Generation! 
 
Ich bin frei von Werten und Vorurteilen, doch habe ich im Traum 
denselben Schmerz empfunden und bin hiermit bereit, dies  zu bekunden. 
Es war nicht leicht, dies alles zu schreiben und doch fließt es frei von der Hand,
 als wäre gelöst dieses, des Schweigens, schwere Band.
Mit meinem Sohn im Traum, hab ich die Bilder gesehen, den Schmerz gespürt. 
Mit diesem Gedicht hab ich ihn überwunden,  
So sag nochmal einer, die Familie sei nicht über Generationen verbunden!
M.G.